Beschreibung
Mit den steigenden Temperaturen nimmt auch die Aktivität der Tigermücke wieder zu. Aus einer einzigen im Frühjahr geschlüpften Mücke können im Laufe der Sommermonate Milliarden weiterer Tiere entstehen. Da die Tigermücke Viren übertragen kann und in Teilen Norditaliens bereits zu einem relevanten Gesundheitsrisiko geworden ist, bleibt eine frühzeitige Eindämmung wichtig – auch wenn Brixen derzeit nicht zu den besonders gefährdeten Gebieten zählt.
Prävention statt Behandlung
Die Gemeinde Brixen baut auf Information, langfristige Sensibilisierung der Bevölkerung zur Vermeidung von Brutstellen und eine enge Zusammenarbeit mit dem Biologischen Labor der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz, um der Tigermücke entgegenzuwirken.
Zu den konkreten Vorsorgemaßnahmen zählen die Beachtung der vom Biologischen Labor ausgebrachten Eiablagefallen auf öffentlichen Grünflächen genauso wie die konsequente Vermeidung von stehendem Wasser. Die Gemeindegärtner kontrollieren regelmäßig, ob potenzielle Brutstätten beseitigt werden können.
Umweltstadtrat Peter Natter betont: „Wir versuchen, der Tigermücke so wenig Platz wie möglich zu lassen. Die Gemeinde kann vieles tun – aber entscheidend ist, dass wir alle an einem Strang ziehen. Die Unterstützung aus der Bevölkerung ist maßgeblich, um die Ausbreitung nachhaltig einzudämmen.“
Auf Privatgrund sind die Eigentümerinnen und Eigentümer für Vorsorgemaßnahmen verantwortlich.
Die wichtigste Maßnahme bleibt das Vermeiden von Wasseransammlungen, da die Tigermücke ihre Eier bevorzugt in kleinen Mengen stehenden oder langsam fließenden Wassers ablegt – etwa in Blumentopfuntersetzern, alten Reifen, Schächten, Gießkannen oder Regenrinnen. Bereits wenige Milliliter reichen zur Fortpflanzung aus.
Die Gemeinde bittet daher alle Bürgerinnen und Bürger, Gärten, Balkone und Höfe regelmäßig zu kontrollieren und mögliche Brutstätten konsequent zu entfernen. Besonderes Augenmerk gilt sensiblen Bereichen wie Kindergärten und Kitas, Schulen, Seniorenheimen, Krankenhäusern, Baustellen, Lagerflächen und Friedhöfen.
Monitoring 2025: Rückgang der Eizahlen – dennoch wachsam bleiben
Im Rahmen des Nationalen Arbovirus-Plans hat das Biologische Labor des Landes 2025 in 30 Gemeinden ein Monitoring mittels Ovitraps (Eifallen) durchgeführt. Die Auswertung zeigt einen deutlichen Rückgang der durchschnittlichen Eizahl pro Falle im Vergleich zu den Vorjahren. Brixen liegt dabei im unteren Bereich der landesweiten Werte.
Peter Natter unterstreicht: “Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt es wichtig, gemeinsam und vorausschauend zu handeln, um ein gesundes Lebensumfeld für alle zu gewährleisten”.
Auch 2026 wird die Erhebung mittels Ovitraps fortgeführt. Die Fallen wurden bereits auf öffentlichen Grünflächen ausgebracht. Die Gemeinde bittet darum, diese nicht zu entfernen oder zu beschädigen, da sie wichtige Hinweise für die langfristige Beobachtung liefern.
Weitere invasive Stechmückenarten und Zeckenmonitoring MONZEC
Zudem weist die Gemeinde Brixen auf das grenzüberschreitende Interreg-Projekt MONZEC hin, das dem Zeckenmonitoring gewidmet ist. Ziel ist die systematische Erfassung von Zeckenfunden über eine App, deren Daten in eine zentrale Datenbank einfließen und kartografisch dargestellt werden. Nach einer Pilotphase im Pustertal, Osttirol und Belluno wird das Projekt nun auf ganz Südtirol und Nordtirol ausgeweitet. Die Bevölkerung ist eingeladen, Zeckenfunde über die kostenlose App zu melden.
Gemeinde dankt für Mithilfe
Die Gemeinde Brixen dankt allen Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre Unterstützung. Nur durch gemeinsames Handeln lässt sich die Ausbreitung der Tigermücke langfristig eindämmen und die Lebensqualität in unserer Stadt sichern.
Weiterführende Informationen
https://umwelt.provinz.bz.it/de/umwelt-gesundheit/informationen-tigermuecke
https://www.sabes.it/de/themen/vorsorge-gegen-die-tigermuecke
Informationen zum Monitoring des Biologischen Labors:
https://umwelt.provinz.bz.it/de/umwelt-gesundheit/tigermuecke-erhebung
Informationen zum Interreg Projekt Zeckenmonitoring MONZEC