Beschreibung und Ziel
Der Planvorschlag
Der Planvorschlag des PUMS ist in 7 Themen gegliedert. Diese entsprechen einerseits 10 spezifischen Zielen und andererseits werden sie in 26 Aktionen unterteilt. Das Zusammenspiel dieser Themen, Ziele und Aktionen wird in der folgenden Matrix dargestellt: Matrix Ziele
Zusammenfassend verfolgt der PUMS folgende Ziele:
- Erhöhung des Anteils der nachhaltigen Mobilität (öffentlicher Verkehr, Radfahren und Zufußgehen) im Vergleich zum motorisierten Individualverkehr für eine Stadt, die sich mit den besten Beispielen in Europa messen will;
- Verbesserung der Sicherheit und Qualität der Wege und Dienste für die "aktive" Mobilität, d. h. Radfahren und zu Fuß gehen;
- Steigerung der Lebendigkeit und des Gemeinschaftspotenzials der Stadt, Verbesserung der Nutzung von Straßen und öffentlichen Räumen durch die Bürger und Verringerung der Ausbreitung von Autos durch Verkehrsberuhigung und Stadterneuerung;
- Verringerung der Auswirkungen des Mobilitätssystems auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit;
- Verbesserung der Bedingungen für den Fahrzeugverkehr durch die Einrichtung von Umfahrungsstraßen mit geringeren Auswirkungen auf das besiedelte Gebiet und durch die Verbesserung der Verkehrssicherheit.
Die Kernmaßnahmen des PUMS Brixen:
- Brixen 30km/h
Das Konzept "30km/h Stadt" basiert auf der Herabsetzung des Tempolimits auf 30 km/h. Dies ist inzwischen zu einem Begriff geworden, der eine Vision der Stadt beschreibt, die weit über die bloße Regelung der Straßenverkehrsordnung hinausgeht. - Entwicklung des Fahrradnetzes
Die Entwicklung eines erkennbaren, komfortablen und sicheren Radverkehrsnetzes ist für Brixen von grundlegender Bedeutung, sowohl für das städtische Radverkehrssystem als auch für ein attraktives Netz für Freizeit und Tourismus. - Erreichbarkeit des Zentrums
Mehr Menschen und weniger Autos im Zentrum: Parkplätze, ZTL, Fahrradstellplätze.
Ein erheblicher Teil der Fahrten in Brixen hat die Altstadt als Ziel (50 % des spezifischen Fahrzeugverkehrs, der in die Stadt einfährt). Die Herausforderung des PUMS besteht darin, daß sich diese Anziehungskraft immer weniger in einem hohen Verkehrsaufkommen niederschlägt. - Fußgängerstadt Brixen
In engem Zusammenhang mit dem Thema der Erreichbarkeit des Zentrums, aber nicht nur, schlägt der PUMS vor, die Fußgängermobilität zu verbessern und dabei die Merkmale der kompakten Stadt Brixen und die kurzen Wege zwischen den verschiedenen Anziehungspunkten zu nutzen. Unter den Konzepten der "städtischen Gesundheit" ist das Konzept der "Begehbarkeit" interessant, weil es die individuellen gesundheitlichen Vorteile einer aktiveren Mobilität mit den positiven Auswirkungen für die Gemeinschaft verbindet, die mit der Verringerung der Nutzung des motorisierten Individualverkehrs verbunden sind. - Integrierte Mobilitätsdienste: Mobilitypoints
Eine zunehmend diversifizierte Mobilitätsnachfrage und die Entwicklung eines Dienstleistungsmarktes, der auf Innovation und Technologie basiert und von Europa stark unterstützt wird (daher die Konzepte der "Smart Mobility" und "Mobility as a Service"), haben neue Möglichkeiten zur Unterstützung einer nachhaltigen Mobilitätspolitik in Städten geschaffen. - Benutzerfreundliche öffentliche Verkehrsmittel
Die Autonome Provinz Bozen und die Gemeinde Brixen haben in den letzten Jahren viel in den öffentlichen Verkehr investiert und gute Ergebnisse bei der Steigerung der Nutzerzahlen erzielt, wie in der Bestandsaufnahme und in der Gesamtbeurteilung beschrieben. Der PUMS zielt auf ein Szenario zur Konsolidierung dieser Ergebnisse und zur weiteren Erhöhung des Modal-Split-Anteils des öffentlichen Verkehrs ab. - Mobilität zur Arbeit
Der Mobilität zum Arbeitsplatz und das entsprechende Mobilitätsmanagements erfordern sicherlich die Bewältigung von schwierigen Herausforderungen. Der PUMS schlägt daher vor, innerhalb der Gemeinde Brixen ein Team zu bilden, das als Mobilitätsmanagement für das Territorium fungiert, um Analysen, Schulungen, Sensibilisierungs- und Kommunikationsmaßnahmen anzustoßen und zu koordinieren, u.z. gemeinsam mit den Mobilitätsmanagern der privaten Unternehmen (obligatorisch für Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern) und mit den Interessenvertretern (einschließlich des Landes und z. B. dem Programm "Green Mobility"). - Förderung einer Kultur der nachhaltigen Mobilität
Die Einführung der Maßnahmen werden Änderungen der Gewohnheiten und bestehender Verhaltensmuster zur Folge haben. Diese werden aber für den Erfolg der Maßnahmen unerlässlich sein. Mobilität gehört zum alltäglichen Leben. Sie ist damit sehr stark mit Lebensstil, Gewohnheiten und Emotionen der Menschen sowie mit materiellen und logistischen Bedürfnissen verbunden.
Es ist wichtig, Infrastrukturmaßnahmen, Bauarbeiten und die Definition neuer Dienste mit einer starken, wirksamen und kontinuierlichen Kommunikationsmaßnahme zu begleiten.